Bindungsstörungen bei Pflegekindern

Bindungsstörungen – Die Ursachen

Eine sichere, emotionale Bindung ist für alle Babys und Kinder absolut überlebenswichtig und auf eine Stufe mit Essen und Atmen zu stellen. Die gute Nachricht dabei: Die Bindung hat nichts mit Verwandtschaft zu tun. Das Kind kann sich also auch ganz wunderbar an eine feste Bezugsperson binden, auch wenn diese genetisch gesehen nichts miteinander zu tun haben. Die schlechte Nachricht: Bis die Kinder bei ihren Pflegeeltern ankommen, liegen oft schon viele negative Bindungserfahrungen hinter ihnen, die das Bindungsverhalten der Kinder nachhaltig beeinflusst haben.

Bindung entsteht vor allem durch feinfühlige, konstante und aufmerksame Bezugspersonen. Die leiblichen Eltern haben häufig nicht angemessen, nicht schnell genug oder einfach gar nicht, auf die Bedürfnisse ihrer Kinder reagiert. Im schlimmsten Fall waren ihre Reaktionen für die Kinder völlig unberechenbar und schwankten (zB durch den Einfluss von Alkohol, Drogen, psychischen Erkrankungen) zwischen einfühlsam, desinteressiert oder gar aggressiv. Die Kinder entwickeln eine desorganisierte Bindung und können das Gefühl von grundlegender Sicherheit nicht erleben. Dazu kommen oft zahlreiche Bindungsabbrüche, die eine so wichtige, gute Bindung weiter stören oder eine Therapie der Bindungsstörung verhindern.

Bindungsstörung

Ein Beispiel aus der Praxis:

Rafael ist ein absolutes Wunschkind. Seine Eltern wünschen sich nichts mehr, als eine eigene, kleine Familie. Als Rafaels Mama schwanger wird, ist die Freunde groß – und trotzdem wird Rafael einen schweren Start ins Leben haben, denn: Seine Eltern sind drogenabhängig. Auch während der Schwangerschaft konsumiert seine Mutter Nikotin, immer wieder auch Alkohol und Haschisch. Rafael kommt trotzdem, augenscheinlich gesund zur Welt und auch das Jugendamt reagiert schnell und stellt Rafaels Eltern schon kurze Zeit später eine Familienhilfe zur Seite. Rafaels Mutter kümmert sich gut um ihn, kommt aber von den Drogen nicht los. Zu lange ist sie schon abhängig. Kurz nach seiner Geburt greift sie auch wieder zu härteren Drogen und wird für Rafael immer unberechenbarer. Im einen Moment ist sie liebevoll und zugewandt, in anderen Momenten reagiert sie gar nicht auf sein Weinen oder ist fürchterlich genervt. Nachdem es zwischen den Eltern zu immer heftigeren Handgreiflichkeiten kommt, entscheidet das Jugendamt, dass Rafael mit seiner Mutter von der gemeinsamen Wohnung in ein Mutter-Kind-Heim ziehen muss. Rafael ist zu diesem Zeitpunkt 18 Monate alt. Schon wenige Tage nach dem Umzug wird er tagsüber 8 Stunden in einer KiTa betreut. Sein bisheriger Alltag ist über den Haufen geworfen, er muss sich an, ihm fremde Personen und ein völlig neues Umfeld gewöhnen. Auch seine Mutter hadert sehr mit der Situation. Nach sechs Monaten bricht sie die Maßnahme ab und kommt wieder mit Rauschmitteln in Kontakt. Kurz nach Rafaels zweitem Geburtstag folgt dann eine Inobhutnahme. Rafael kommt in eine Bereitschaftspflegefamilie – seine Welt steht Kopf. Da seine Mutter die Besuchskontakte regelmäßig wahrnimmt und sich um einen Therapieplatz bemüht, steht eine Rückführung im Raum. Nach zahlreichen Auf und Abs und einer erfolgreichen Therapie, kann Rafael nach weiteren 18 Monaten tatsächlich zu seiner Mama zurück ziehen. Er ist mittlerweile 3,5 Jahre alt, hat sich stark an die liebevolle und verlässliche Bereitschaftspflege gebunden und seine Mama nur bei den wöchentlichen Besuchskontakten erlebt. Sie ist wie eine Tante für ihn geworden. Auch die Mutter kennt schon lange keinen Alltag mehr mit Kind. So kommt es, dass die Rückführung nach einem Jahr scheitert und Rafael wieder in eine Bereitschaftspflegefamilie zieht. Nach wenigen Monaten dort, Rafael ist nun ein Vorschulkind, findet sich ein Dauerpflegeplatz und er zieht ein weiteres Mal um.

Die Geschichte von Rafael steht exemplarisch für so viele Pflegekindergeschichten. Schon in seiner frühesten Kindheit war seine engste Bezugsperson nicht verlässlich. Er konnte keine sichere Bindung aufbauen. Die zahlreichen Wechsel und Abbrüche haben sein Vertrauen in Bezugs- und Bindungspersonen nachhaltig so schwer erschüttert, dass er zum Zeitpunkt der Aufnahme in die Dauerpflegefamilie unter ständiger Anspannung stand und in einer misstrauischen Habachtstellung war. Er rechnete fest damit, dass auch diese Familie irgendwann wieder wegbrechen würde und ihm kein Zuhause „für immer“ sein wird.

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Bindungsstörungen – Die Auswirkungen:

Eine gute Bindung an eine feste Bezugsperson, ist die Grundlage dafür, mit Stress, schwierigen Situationen oder überbordenden Emotionen zurecht zu kommen. Macht man sich das bewusst, wird schnell klar, welche Auswirkungen eine Bindungsstörung auf den Alltag haben kann: Richtig, Katastrophale!

Grundsätzlich lassen sich zwei markante Störungsbilder unterscheiden: 1. Die gehemmte Bindungsstörung. Hier sind die Kinder oft sehr schüchtern und suchen in Krisen nur selten den Kontakt zur Bindungsperson. 2. Die enthemmte Bindungsstörung: Die Kinder zeichnen sich durch eine extreme Distanzlosigkeit aus und gehen wahllos sogenannte Pseudobindungen ein. Sie suchen bei Angst oder Schmerz nach Bezugspersonen, diese sind aber völlig beliebig austauschbar.

Aber auch unabhängig von dieser Unterscheidung treten zahlreiche, auffällige Verhaltensweisen auf: So begeben sich einige Kinder absichtlich in gefährliche Situationen, um die Aufmerksamkeit der Bindungspersonen zu provozieren, andere können Nähe überhaupt nicht annehmen und reagieren auf eigentlich positives Verhalten der Pflegeeltern ablehnend und aggressiv. Trennungen von den Pflegeeltern sind häufig auch noch im Schulkindalter sehr sehr schwierig, die Bezugspersonen werden von den Kindern regelrecht bewacht. Immer wieder kommt es auch vor, dass gerade Jugendliche mit einer Bindungsstörung einer Sucht verfallen und Alkohol oder Drogen als Ersatz für eine echte Bezugsperson nutzen.

Körperliche Reaktionen

Doch nicht nur auf das Verhalten hat eine Bindungsstörung massiv Auswirkungen, auch die Körperfunktionen werden messbar davon beeinflusst. So lässt sich eine dauerhaft erhöhte Herzfrequenz feststellen, die durch eine überhöhte Ausschüttung von Stresshormonen hervorgerufen wird. Die Kinder stehen also nachweislich unter „Dauerstrom“ und haben große Mühe, ihre Emotionen zu kontrollieren. Tatsächlich blockieren diese Stresshormone auch das Lernen – so dass zahlreiche Pflegekinder zu der eigentlichen Bindungsstörung, mit erheblichen Schwierigkeiten in der Schullaufbahn oder gar Entwicklungsverzögerungen zu kämpfen haben. Viele Pflegefamilien erleben das tagtäglich mit ihren Kindern.

Ein Beispiel aus der Praxis:

Nehmen wir nun wieder unseren kleinen Rafael als Beispiel. Rafael zog also im Alter von gut 5 Jahren in seine Dauerpflegefamilie, bestehend aus Bianca 38, Felix 41, Larissa 9, Dackeldame Henriette und den beiden Meerschweinchen Ratz und Rübe. Die Familie freute sich sehr auf Rafael und die Anbahnung verlief super. Rafael begann sofort, mir Larissa zu spielen und hatte große Freude daran, den Familienhund bei Spaziergängen an der Leine zu führen. Er sprach freudig von seinem neuen Zuhause, nahm Kontakt zu seinen künftigen Pflegeeltern auf und alle waren zuversichtlich, dass nun alles gut werden würde. Doch es kam anders: Rafael begann schon wenige Tage nach dem Umzug damit, die Dackeldame Henriette immer und immer wieder zu treten oder völlig aus dem nichts zu kneifen. Alles Erklären, Ermahnen oder Schimpfen half nicht. Auch gegen Larissa wurde Rafael zunehmend aggressiver. Angst kannte er nicht. Nie suchte er bei Gefahr oder Unsicherheit die Nähe seiner Pflegeeltern. Immer wieder kam es zu gefährlichen Situationen. So rannte Rafael oft auf die Straße, ohne vorher zu prüfen ob ein Auto kommt. Tat er sich beim Spielen weh, so schlug er um sich, schrie und weinte, ließ sich aber niemals trösten. Bei Besuch allerdings, setzte er sich sofort auf den Schoß und machte auf Freunde der Familie stets einen fröhlichen und offenen Eindruck. Als er sich, kurz vor der Einschulung, einen Arm bricht und für eine Nacht ins Krankenhaus muss, reagiert er kaum auf die Verabschiedung der Pflegemutter. Mit der Krankenschwester scherzt er aber und kuschelt sich gerne an sie. Das Pflegepersonal beschreibt Rafael, genau wie die Freunde der Familie, als offenes, warmes und lustiges Kind. Kaum ist er wieder in seiner Familie, beginnt Rafael wieder damit, exzessiv nach Aufmerksamkeit zu suchen. Er quält den Hund, schlägt Larissa, wirft Gläser auf den Boden, zerschneidet seine neue Jacke oder reißt Seiten aus den Büchern.

Rafaels Geschichte zeigt auch hier, wie schwerwiegend eine Bindungsstörung sein kann und wie fatal die Folgen für das weitere Leben sind. Rafael hat verlernt, Bindungen in angemessener Weise einzugehen und differenziert nicht mehr, zwischen ihm bekannten und ihm unbekannten, engen und weiteren Bindungspersonen. Er „nimmt was er kriegen kann“ und ist gleichzeitig getrieben von einer existentiellen Verlustangst. Seine Suche nach Aufmerksamkeit und ihm vertrauten, auch negativen oder wütenden Reaktionen, belastet die Pflegefamilie sehr.

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Bindungsstörungen – Wie kann ich meinem Kind helfen?

Bindungsstörungen belasten den Alltag und sind oft für alle Beteiligten eine Qual. ABER: Unser Gehirn ist ein wahres Wunderwerk und negative Bindungserfahrungen können, vereinfacht ausgedrückt, mit neuen, positiven Erfahrungen überschrieben werden. Pflegeeltern sind also keineswegs machtlos, sondern haben viele, viele Möglichkeiten, den weiteren Lebensweg des Kindes positiv zu beeinflussen.

Klar ist aber auch: Das ist kein leichter Weg und eingeübte Verhaltensmuster, lassen sich nicht einfach wegwischen. Es braucht Zeit, wahnsinnig viel Zeit. Darum vorneweg: Das größte Geschenk für euer Pflegekind sind stabile, zufriedene und belastbare Pflegeeltern. Also achtet auf euch. Holt euch rechtzeitig Entlastung, tauscht euch mit anderen aus und nutzt jede Gelegenheit, die eigenen Energiereserven wieder aufzufüllen. Ohne schlechtes Gewissen!

Das kann ich für mein Pflegekind tun:

Nun aber ganz konkret zu den Dingen, die ihr für euer Pflegekind tun könnt, wenn es unter einem gestörten Bindungsverhalten leidet: Sehr hilfreich sind bindungsfördernde Rituale, wie zum Beispiel Exklusivzeiten, gemeinsames Kochen, Vorlesen oder Massagen. Bettet man diese in einen sehr strukturierten Alltag, mit immer wiederkehrenden Abläufen, so können viele Konflikte vermieden werden und das Kind fühlt sich sicherer.

Ein weiterer, wichtiger Punkt ist die eigene Sprache. Kinder und Jugendliche mit einer Bindungsstörung, nehmen Kritik oft sehr persönlich und reagieren häufig „bockig oder beleidigt“ darauf. Sie stellen die komplette Beziehung in Frage, grenzen sich stark und distanzieren sich emotional. “ Ist mir doch egal!“, „Ich kann auch wieder gehen wenn ihr wollt!“ sind Sätze, die gerade Pflegeeltern oft zu hören kriegen. Hier kann es hilfreich sein, dem Kind vorher (und hinterher) bewusst zu versichern, dass man es gern hat. Auch dann, wenn man ein bestimmtes Verhalten gerade nicht akzeptieren möchte.

Einflüsse von Außen

Häufig haben sich Pflegeeltern aber auch schon gut mit der Situation arrangiert und ein funktionierendes System entwickelt, wie sie mit ihrem Pflegekind umgehen können. Dann sind es häufig Einflüsse von außen, die die einkehrende Ruhe stören. Umgangskontakte mit der Herkunftsfamilie, unerfahrene Bezugspersonen in Kita oder Schule oder die eigene Verwandtschaft. Hier hat sich in vielen Familien ein offensiver Umgang mit dem Thema Bindungsstörung bewährt. Das Umfeld mit Informationen versorgen und so für Verständnis werben, kann die Situation in vielen Fällen entschärfen.

Wie immer gilt: Das können nur Anregungen, Denkanstöße sein, die jeder für sich selbst bewerten muss. Was bei einem gut hilft, sorgt beim anderen für unnötigen Stress. Nehmt also mit, was ihr gebrauchen könnt und ignoriert den Rest. Vielleicht habt ihr ja noch hilfreich Tipps, die euch im Alltag helfen. Schreibt es gerne in die Kommentare.

Beispiel aus der Praxis:

Auch Rafaels Pflegeefamilie hat sich Hilfe geholt. Einmal in der Woche geht Rafael zum therapeutischen Reiten und hat viel Freude daran, sich um das Pferd zu kümmern, zu reiten und sich selbst und die Bewegung des Pferdes wahrzunehmen. Sein Umgang mit der Dackeldame ist deutlich besser geworden und seine Pflegefamilie hat ihm die Verantwortung für das Füttern und Bürsten übertragen. Bianca nimmt sich zudem jeden Abend eine halbe Stunde Zeit für Rafael und liest gemeinsam mit ihm ein Buch, dass er sich jeweils in der Woche zuvor in der Bücherei ausgesucht hat. Im Anschluss gibt es noch eine Pizza Massage, bei der sich Rafael aussuchen darf, ob Bianca sie bei ihm oder er bei ihr machen soll. Gemeinsam mit der ganzen Familie wurde ein Plakat für Rafael gebastelt, dass ihm seine Zugehörigkeit zur Familie immer wieder bewusst macht. Viele gemeinsame Fotos, schöne Momente und Erinnerungen und der Schriftzug „DU GEHÖRST ZU UNS!“ helfen Rafael dabei, sich sicherer zu fühlen. Zudem besuchen Bianca und Felix einmal im Monat eine Austauschgruppe für Pflegeeltern und nehmen alle zwei Wochen einen Termin bei einer Familientherapeutin wahr. Nachdem Rafael zwei Jahre in der Familie war und deutliche Fortschritte machen konnte, führten die Eltern einen Babysitter ein, der regelmäßig Zeit mit Rafael verbrachte und Bianca und Felix die Gelegenheit für kleine Auszeiten gab.

Rafael lebt mittlerweile seit sechs Jahren in seiner Pflegefamilie und konnte eine sichere Bindung zu Bianca und Felix aufbauen. Mit Larissa versteht er sich heute- meistens – sehr gut und mit der Dackeldame besucht er seit drei Jahren gemeinsam eine Agilitygruppe. Ein schönes Beispiel, für den gelungenen Bindungsaufbau.

Die Ängste von Pflegeeltern

Eine Sache liegt mir aber noch sehr am Herzen, denn immer wieder begegne ich Pflegeeltern, die sich fragen, ob sie etwas falsch machen können, die Situation verschlimmern oder überhaupt jemals eine gute Beziehung zu ihrem Pflegeekind aufbauen können. Man kann richtig spüren, wieviele Ängste, Unsicherheiten und Zweifel (zukünftige?) Pflegeeltern mit sich herum tragen. Und genau das ist der Punkt, der ALLE Eltern vereint. Egal ob leibliche Kinder, Pflegekinder, Stief- oder Adoptivkinder – wir fragen uns, ob wir alles richtig machen, ob wir gut genug sind oder ob wir am Ende scheitern werden. Die Gedanken drehen sich um die eigenen Unzulänglichkeiten. Wisst ihr was? Ich glaube, wir nehmen uns da zu wichtig. Solange wir unser Bestes geben, werden wir schon gut genug sein. Wir können sowieso nicht alles beeinflussen und ziehen unsere Kinder nicht im luftleeren Raum groß. Sie sind Einflüssen ausgesetzt, die wir gar nicht steuern können. Vielleicht ein beängstigender Gedanke – aber steckt da nicht auch etwas sehr Entlastendes drin?

Kommen wir zurück auf das Thema Bindung: Die allermeisten Kinder mit einer Bindungsstörung sind NICHT dauerhaft bindungsunfähig. Sie können also, nachdem sie über einen längeren Zeitraum, viele positive Bindungserfahrungen gemacht haben, neue Bindungen eingehen. Dieser Weg kann lang sein und viel Energie erfordern – darum mag ich es nochmal wiederholen: Achtet auf euch, erkennt eure Grenzen und holt euch (professionelle) Hilfe. Dann habt ihr die allerbesten Chancen, zusammen zuwachsen.

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Zum Weiterlesen

Zum Schluss mag ich allen, die gerne noch weiter lesen möchten oder ihr Wissen zum Thema Bindungsstörungen vertiefen wollen, ein paar passende Bücher ans Herz legen:

DAS Fachbuch zum Thema von DEM Experten ist sicherlich „Bindungsstörungen: Von der Bindungstheorie zur Therapie""“ target=“_blank“ rel=“noreferrer noopener“ aria-label=“Bindungsstörungen- von der Bindungstheoie zur Therapie (öffnet in neuem Tab)“>Bindungsstörungen- von der Bindungstheoie zur Therapie“ von Karl Heinz Brisch. Ein dicker Wälzer, vollgepackt mit fundiertem Wissen. Genau das Richtige für alle, die es ganz genau wissen möchten.

Karl-Heinz Brisch hat noch weitere Publikationen zum Thema Bindung und Bindungsstörungen veröffentlicht – wer sich wirklich aus fachlicher Sicht dafür interessiert, ist hier bestens aufgehoben. Gerade auch im Zusammenhang mit Pflegekindern die Gewalt erleben mussten, ist sein Buch „Bindungstraumatisierungen – wenn Bindungspersonen zum Täter werden“ ein absolut aufschlussreiches Werk.

Ein ebenfalls sehr lesenswertes Buch: „Bindung bei Pflegekindern: Bedeutung, Entwicklung und Förderung""“ target=“_blank“ rel=“noreferrer noopener“ aria-label=“Bindung bei Pflegekindern (öffnet in neuem Tab)“>Bindung bei Pflegekindern“ von Katja Nowacki

Nein, mit Massagen wird nicht alles wieder gut, aber sie können helfen, die Bindung zu stabilisieren. Massagen sind strukturierte, geplante körperliche Nähe und können als Ritual im Alltag von Kindern mit Bindungsstörungen oft besser angenommen werden, als eine spontane Umarmung. Darum mag ich euch unbedingt noch die „30 Streichelgeschichten“ ans Herz legen. Aus den praktischen Karten kann das Kind sich zB selbst aussuchen, welche Geschichte es gerade am liebsten mag und wer heute mit „Massieren dran ist“. ACHTUNG: Bei Kindern, die sexualisierte Gewalt erfahren haben, ist hier absolute Achtsamkeit erforderlich. Gegebenenfalls sind solche Massagen hier nicht zielführend und können sogar zu einer Retraumatisierung führen.

Wenn ihr weitere Büchertipps habt, die ihr teilen möchtet, schreibt gerne einen Kommentar!

Ich hoffe, dass euch der Artikel einen kleinen Überblick über das Thema Bindungsstörung verschafft hat und freue mich über jede noch so kleine Rückmeldung. Ihr habt noch Fragen, Anregungen oder Kritik, dann schreibt mir einfach – hier (kontakt@neonzwerge.de) oder auf Instagram.

Ein Kommentar bei „Bindungsstörungen bei Pflegekindern“

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